Lesen statt Hören!

Die Kommunikationshilfenverordnung (§ 9 BGG) als Anlage zum Bundesbehindertengleichstellungsgesetz (BGG) und das Sozialgesetzbuch Neun (SGB IX), sowie die jeweiligen landesgesetzlichen Regelungen bilden die gesetzliche Grundlage für die Nutzung von Schriftdolmetschern. Diese Gesetze regeln den Anspruch von hörgeschädigten Personen auf einen Schriftdolmetscher bzw. eine Kommunikationsassistenz in verschiedenen Lebensbereichen.

Schriftdolmetscher haben sich selbst eine Berufs-und Ehrenordnung gegeben und sind zur Neutralität gegenüber dem Kunden und anderen Kontaktpersonen verpflichtet (siehe Berufs-und Ehrenordnung).

Schriftdolmetscher schreiben das gesprochene Wort wortwörtlich oder in inhaltlich zusammengefasster Form für Hörgeschädigte, oder aber auch für jeden anderen, der der deutschen Schriftsprache mächtig ist, mit. Der vom Schriftdolmetscher produzierte Text kann zeitgleich auf einer Leinwand mittels Beamer, oder auf dem Bildschirm eines Laptops oder eines anderen Lesegeräts durch den Hörgeschädigten oder Hörende mitgelesen werden.

Schriftdolmetscher übersetzen daher intralingual.

Die Schriftdolmetscher arbeiten mit drei unterschiedlichen Übertragungsmethoden:  der konventionellen Methode, der Computerstenographie oder der Spracherkennung.

Bei Bedarf kann der Schriftdolmetscher zudem ein Protokoll erstellen oder eine Mitschrift des Gesprächs anfertigen. Diese Mitschrift oder das Protokoll kann an den Kunden oder andere Personen weitergeben werden nach vorheriger Absprache und Vereinbarung. Hierfür gelten jedoch gesetzliche Bestimmungen, die bei der Herausgabe und Verwendung von Mitschriften zu beachten sind.

Dauert ein Termin länger als eine Stunde, kommen zwei Schriftdolmetscher zum Einsatz. Hier wird den hohen Anforderungen bei gleichbleibender Qualität Rechnung getragen.